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Radiotipp: Taiwan, Paradies für Feinschmecker

Wer für dieses Jahr noch keinen Urlaub geplant hat oder für nächstes Jahr noch ein Ziel für eine unvergessliche Reise sucht, dem sei pünktlich zur Internationale Reisemesse ITB das Reiseziel Taiwan ans Herz gelegt. Das Land, in dem man nicht nur chinesische Kultur und Traditionen erleben kann, sondern wirklich überall ausgezeichnet isst.

Bücher, Tee und Geisterkunde heißt meine Sendung, die heute 19:04 im rbb kulturradio zu hören sein wird: Und anschließend hier nachgehört werden kann. Wer lieber lesen will: Hier ist das Manuskript.

Tempel, Hualien, TaiwanLongshan Temple, Taipei, Tawain

Während viele das Reiseziel Taiwan mit Bildern von Industrie und Wolkenkratzern verbinden, ist die wilde Natur von Taiwans Bergen in Europa so gut wie unbekannt.

Fahrradfahrer, Taipei, Taiwan

Die Menschen in Taiwan selbst sind, im Gegensatz zum Beispiel zu den meisten in China, große Outdoorliebhaber. Überall in den Bergen trifft man einheimische Wanderer, oft ganze Wandergruppen. Und nicht nur in Taipei wird gern und oft Fahrrad gefahren: Für Mountainbiker existieren wunderbar ausgebaute Trails. Doch auch für Sonntagsradfahrer wird einiges geboten: Vor allem die Hotels an der Ostküste der Insel haben sich auf diese Gruppe eingestellt und verleihen Fahrräder für die Küstenradwege: Oft sogar ganz und gar kostenfrei.

Taroko-Schlucht, Hualien, TaiwanAborigines Fischerboot, Taitung County, Taiwan

Tee wird in Taiwan viel getrunken: In den Bergregionen wie Alishan wird viel Tee angebaut. Dafür sind die Kunden auch bereit zu bezahlen: Tee hat in Taiwan Preise wie in Deutschland der Wein. Nach oben hin ist alles offen.

Teefeld, Alishan, TaiwanTeezeremonie, Alishan, Taiwan

Bei jungen Leuten beliebter als die klassische Teezubereitung ist in Taiwan jedoch der Tee, der in Deutschland als Bubble Tea vor ein paar Jahren einen Durchbruch suchte. Warum das nicht klappen konnte, erzählt meine Sendung: Denn ich stehe höchstpersönlich am Herd, auf dem die Bubbles in der originalen Qualität zubereitet werden. Ohne zu viel zu verraten: Es ist eine ziemlich knifflige Angelegenheit, die mit Fast Food nichts zu tun hat.

Bubble Tea, Taiwan

Vor allem aber kann man in Taiwan gut essen. Überall. Immer. Zu jeder Tages- und Nachtzeit. Und für alle Ansprüche. Auf der Straße gibt es Zuckerrohrsaft, gedämpfte Teigtaschen und köstliche Suppe mit hauchdünnen Rinderfiletscheiben für sehr kleines Geld.

Zuckerrohr und Limetten, Shilin Nightmarket, TaiwanBambuskörbe für gedämpfte Teigtaschen, Hualien, TaiwanFleischsuppe, Tainan, TaiwanAbendessen, Nachtmarkt Keelung, TaiwanChinesische Äpfel, Markt, Hualien, Taiwan

Freunde der japanischen Küche kommen in Taiwan sehr, sehr günstig auf ihre Kosten. Die einstige Besatzungsmacht Japan hat ihre Spuren hinterlassen, so dass man alle möglichen und unmöglichen Teile des Fischs zu leckeren Speisen verarbeitet.

Fischhändler, Markt, Tainan, TaiwanSashimi, Taitung County, TaiwanMarkt Tainan, TaiwanMarkt Tainan, Taiwan

Doch nicht alles, was die einheimische Kundschaft liebt, möchte sich der Europäer einverleiben. Hühnerfüße gehören definitiv nicht zu meiner Leibspeise: In Taiwan werden sie aber sehr gerne gegessen, und zwar von allen Altersgruppen. (Ja, ich habe sie gekostet. Sie schmecken wie Glibber an Knochen. Nicht mein Fall.) Zum Glück aber gibt es genug andere Angebote zum Schlemmen in Taiwan.

Hühnerfüße Markt Tawain

Und wenn man dann mal satt ist, kann man sich dem Wandern zuwenden. Die Natur in Taiwan allein ist in jedem Falle schon die etwas lange Anreise wert.

Landschaft im Taitung County, Taiwan

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Island für Fortgeschrittene

Wenn eine ein paar Reisen tut … Dann kommt sie schon mal aus dem Takt beim Bloggen. Aber weil nach der Reise ja vor der Reise ist, kann ich mich jetzt sozusagen halböffentlich freuen: Denn der Sommerurlaub ist ausgetüftelt und komplett gebucht. Es geht zum dritten Mal nach: Island.

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Wahrscheinlich gehört auch das zum Erwachsenwerden, im Februar schon zu wissen, wohin es im Juni geht. Vor ein paar Jahren hätte mich das bestimmt deprimiert. Doch seit ich Island kenne, vergleiche ich ab November die Preise. Denn während wir bei unserer ersten Reise 2009 kurz hinter Reykjavik eigentlich nur noch auf Deutsche, Holländer und Schweizer trafen, scheinen all die Berichte über Sturm und Vulkane auch die Franzosen und Italiener nicht mehr davon abzuhalten, mit ihren Wanderschuhen im Gepäck einen Flieger zum Polarkreis zu buchen. Was sich nicht nur am Gedrängel rund um Geysir & Co ablesen lässt. Nein, auch die Star Alliance und ihre Mitbewerber shuttlen jetzt Regenhungrige vom Ural bis zu den Pyränäen ins Elfenland. Wo es dann etwas eng wird zuweilen. Wenn im Sommer am Flughafen die Maschinen im Halbstundentakt landen, müssen die 300.000 Isländer gefühlt schon mal zusammenrücken. Und das ohnehin knapp kalkulierte Kontingent der Betten ist schon im Winter so gut wie ausgebucht. Auch bei den Tickets heißt es: Wer zuerst kommt, fliegt am billigsten. Dieses Jahr zum Beispiel kosten die von mir am 9. Januar gebuchten Tickets inzwischen exakt doppelt so viel.

Ja, Island ist kein Schnäppchen. Vor allem Mietwagen werden zu Preisen an die Fahrlustigen gebracht, dass gelegentlich hier auftauchende Amerikaner wahrscheinlich erst einmal ein Kaufangebot vermuten. Aber wer kann bei diesen Bildern widerstehen?

 

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Wie man auf den Bildern sehen kann, hat Island sehr unterschiedliche Landschaften zu bieten (nur der Wind ist ein landesweites Phänomen). Was das Land zu einem idealen Reiseziel für Familien mit Kindern macht. Denn hier langweilt sich niemand. Und das Beste: Jeder größere Ort in Island (nach Landesdefinition also einer mit mindestens 300 Einwohnern) hat ein Schwimmbad. Die meisten sind Open Air, aber das Wasser ist dank geothermaler Zufuhr immer wohltemperiert. Die Kulisse ist häufig auch spektakulär.

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Für Übernachtungen in Familie unschlagbar sind die Jugendherbergen, die nach deutschen Verständnis eigentlich Gästehäuser oder Pensionen sind. Als Familie bekommt man sein eigenes Zimmer. Der Preis ist für isländische Verhältnisse spottbillig. Und eine Gemeinschaftsküche gibt es auch. Denn das mag für manche Reisende ein Nachteil sein: Selbst wer den Geldbeutel zücken will, hat in den schönsten Gegenden Islands (also Norden und Osten) ein Problem. Denn Orte mit 300 Einwohnern haben in der Regel maximal einen Hotdog Stand an der Tankstelle zu bieten. In den Anfahrtsbeschreibungen zu Herbergen wird man dann auch schon mal gewarnt, dass die nächste Möglichkeit zum Lebensmittelkauf 50 Kilometer entfernt liegt.  Der Vorteil: Lärmenden spanischen Großgruppen gefällt es da nicht so gut. Übrig bleiben Campingliebhaber. (Die aus dem Kofferraum speisen.) Also wir.

 

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Prager Erinnerungen

Mit Familie kommt man rum in der Welt. Das dachte sich auch meine Mutter. So nutzten wir die Osterferien für eine Exkursion in eine Stadt, die nicht nur Menschen ihrer Generation außerordentlich gut gefällt. Auch das Schlaubergerkind war angetan. Von den Knödeln und von der Marionettenauswahl. Denn in Prag sind nicht nur Spejbl und Hurvinek zu Hause, sondern auch noch Kaspar, Hexe, Polizist oder was sich sonst noch aus Holz schnitzen und an Schnüren bewegen lässt. Alles Diskutieren hat denn auch nichts genützt: Die Taschengeldbörse wurde gezückt (Oma hat nachgelegt), jetzt sitzt also eine echt Prager Marionette bei uns zu Haus.

 

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Meine eigenen Erinnerungen habe ich kaum wiedererkannt bei diesem ersten Besuch seit 17 Jahren, obwohl das Goldene Prag noch immer einen spektakulären Anblick bietet. (So man hinter den versammelten globalen Touristenhorden noch irgendwas sieht.) In den kleinen Kauflädchen, wo früher Kondensmilch in der Tube verkauft wurde, lockt jetzt eine Kaffeebar. Und der Brunnen am Male Namesti sieht irgendwie auch ganz anders aus.

Schließlich stolperte ich noch durch die Straße, in der ich einige Male ein Fremdenzimmer bewohnt hatte in den Achtzigern (zuerst mit meinem Vater, später dann mit Freunden als unsere private “Abifahrt”). Ich konnte mich nicht mehr an die genaue Hausnummer erinnern. Nur daran, dass es bei meinem Vater jeden Tag (also wirklich jeden und zu jeder Mahlzeit) Bockwurst aus dem Glas gab mit tschechischem Senf, dazu ein hartgekochtes Ei.

Mit solch karger Kost begnügten wir uns diesmal nicht (schließlich haben wir jetzt WestgeldZwinkerndes Smiley): Die Knödelbrigade ließ es kulinarisch krachen, dank meiner eingehenden Netzrecherchen war sogar Frau Mutter von der Küche in Prag begeistert. Mütter- und schwiegermütterkompatibel erfreute uns zum Beispiel das Brauhaus Deminka. Wobei es sich empfiehlt, zwei Tage davor und danach nur Suppe zu schlürfen – oder sich wahlweise eine Portion zu viert zu teilen.

 

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Pool & Competition

Ich gestehe: Ich bin für Urlaub nicht gemacht. Zielloses Herumhängen ist mitnichten meine Sache, schon gar nicht an Orten, an denen gefühlt 3 Millionen andere Menschen ebenfalls ziellos herumhängen wollen, was dann nicht geht, weil es nicht mal genug Steh- geschweige denn Hängeplätze gibt. Richtig abscheulich werden für mich diese orientierungslosen, einsamkeitsfreien Tage jedoch (wie erwähnt) in Kombination mit Sonne (ich verabscheue Hitze), Sonnencreme (schon der Geruch ist Grund genug, die Sonne nicht zu lieben) und Sand. (Zusammen mit Sonne und Sonnencreme … Zensiert, was das für mich ist.) Von daher war ich in Mallorca natürlich genau am richtigen Ort.

Der Vorteil an solcher Art Urlaub ist jedoch, dass es Familienmitglieder gibt, die sich von der entzückenden lokalen Architektur nachhaltig beeindrucken lassen. Tja, man sollte die Schlaubergerkinder wohl öfter in Hotels mitnehmen, billiger sind die Punkte wirklich nicht zu haben. Andererseits: Wer sonst würde sich vom Hotel-Auslaufmodell “Autobahnraststätte Ostsibirien” auf dieser Welt noch beeindrucken lassen?

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Brigade Vokuhila vielleicht, doch die hat offensichtlich (und zum Glück) anderswo eingecheckt. Höchstwahrscheinlich in einem Objekt, wo es eine “Poollandschaft” gibt. In unserer Bleibe gibt es zwar überraschenderweise auch drei Pools, aber die Landschaft dazu nimmt sich vergleichsweise bescheiden aus. Was mich nicht im Mindesten stört, da ich mir ohnehin nur schwer vorstellen kann, warum jemand seine Urlaubstage freiwillig damit verbringen will, auf Rollrasen im Chlornebel seine Plastikpritsche zu verteidigen. Na ja, zumindest das Verteidigungsgefecht fällt als Spektakel für mich aus, mangels passender Urlauberschaft auf der Poolbühne. Die meisten schwingen sich spätestens kurz nach neun behelmt und spezialbeschuht auf ihr Rennrad, und wer zurück bleibt, verschwindet kurz darauf an den Strand.

Mallorca 2011 178Was auch erklärt, warum sich der Andrang bei der täglichen “Animation” doch deutlich in Grenzen hält. Bogenschießen, Dart oder Boule locken jeweils keine Handvoll Interessenten an, so dass die “Competitions” auf der Hotelterrasse insgesamt ein eher klägliches Bild abgeben. Was den Vorzug hat, dass das Schlaubergerkind und der Göttergatte die ersten Preise nur so abschießen.

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