Schlagwort-Archive: Shopping

London: KaufhausKultur

Auch wenn mich hier sehr wenig dazu reizt, länger als nötig zu verweilen oder gar meine Geldbörse zu zücken, sind die altehrwürdigen Kaufhäuser von London schon einen Schlenker wert. Sie beeindrucken nicht nur mit einem durchgehenden Verkaufskonzept, angefangen von der Bekleidung der Angestellten bis hin zu im Luxussegment etablierten Hausmarken.

Um sich von den anderen Kaufhäusern mit ähnlicher Zielgruppe abzuheben, werden sogar spezielle Designs gepflegt und auf Seidenschals, Müslischalen und Hemden gedruckt. Das Liberty hat sich zum Beispiel das Modell “englischer Bauerngarten” ausgesucht und begrüßt die Besucherinnen schon am Eingang mit einem Blumenladen, durch den man hindurch muss, um überhaupt ins Kaufhaus zu kommen. Dass da zudem noch Duftdesigner am Werk waren, ist sicher, denn überall riecht es nach frischen Schnittblumen.

London Kaufhaus LibertyLondon Kaufhaus LibertyLondon Kaufhaus LibertyLondon Kaufhaus LibertyLondon Kaufhaus Liberty

Das legendäre Harrods in Knightsbridge war mir in meiner zwanzigjährigen London-Geschichte bisher keinen Umweg wert. Diesmal musste ich mich jedoch nach der Reisegruppe richten, so dass ich stolz verkünden kann: Jetzt war ich auch mal da.

London Kaufhaus Harrods

Wobei ich es vor allem beeindruckend fand, dass ein Kaufhaus seit 180 Jahren in diesem Segment überleben kann und immer noch Leute anzieht, die da nicht nur gucken, sondern wirklich kaufen.

London Kaufhaus HarrodsLondon Kaufhaus HarrodsLondon Kaufhaus HarrodsLondon Kaufhaus Harrods

Getaggt mit , , , ,

London: Zwischen Picadilly und Oxford Circus

London Picadilly CircusLondon Oxford Street

Für Shopping habe ich nichts übrig, bei Top Shop, Zara oder ähnlichen Ketten einkaufen zu müssen, noch dazu im Urlaub, wäre die Höchststrafe für mich. Aber erstens bin ich nicht allein in London – und Menschen beobachten kann man auf der Oxford Street hervorragend. Denn ganz offensichtlich sind die London Touristen nicht allein in ihrem Drang, wie ein Beuteltier auszusehen.

Dass Shopping nicht nur Zeit verschwendet, sondern auch Gefahr für Leib und Leben nach sich zieht, legt eine Studie des King’s College London nahe. Nach diesen Untersuchungen ist die Luft auf der Oxford Street stärker belastet als in Peking. Die Londoner Presse tobt, “London the most toxic town on the planet”, Mayor Boris Johnson auch, wenngleich aus anderen Gründen. Man habe eben in London wesentlich bessere Messgeräte als anderswo und sammle auch mehr Daten, wodurch sich ein verzerrtes Bild böte.

Den Shopaholics ist das sicher nicht mal ein Schulterzucken wert.

London Oxford StreetP7141221London Oxford StreetLondon Oxford StreetLondon Oxford StreetLondon Oxford StreetLondon Oxford StreetLondon Picadilly Circus Regent's Street

Getaggt mit , , , , , , , ,

London: Covent Garden und West End

Covent Garden bezeichnet einen überdachten Markt und gleichzeitig ein Einkaufsviertel im Westend von London. Neben vergleichsweise teuren Designerwaren (vor allem Schmuck, modisches Zubehör und Geschenkartikel für Leute, die sonst schon alles haben) kann man auf dem Markt sehr billige Souvenirs wie T-Shirts, Tassen, Schlüsselanhänger aus chinesischer Massenproduktion kaufen.

Am Wochenende sorgen Straßenkünstler für Unterhaltung. Für eine Pause von all dem Trubel bietet sich der Innenhof der St. Paul’s Kirche an, die sich selbst als “The Actor’s Church” bezeichnet. 

London Covent GardenLondon Covent GardenLondon Covent GardenLondon Covent GardenLondon Covent Garden

Im West End drängen sich neben Theatern auch exklusive Boutiquen und Läden fürs Ausgefallene. Farbe ist in London en vogue. Und auch das Thema Fußball ist präsent – natürlich im West End ein bisschen ausgefallener als anderswo.

London West EndLondon West EndLondon West EndLondon West EndLondon West EndLondon West EndLondon West EndLondon West End

Getaggt mit , , , , , ,

Ich werte, also bin ich

Ich gebe zu, ich bin ein großer Fan von Bewertungsportalen aller Art. Kein Bleistift kommt mir ins Haus, ohne dass ich nicht wenigstens versucht habe, irgendwo im Netz eine „Kundenmeinung“ dazu aufzutun. Was meine ohnehin vergleichsweise sparsam entwickelten Shopping-Ambitionen zudem im Zaume hält: Denn vor dem Lustkauf dieses sicherlich sehr nützlichen Elektrokleinteils im Angebot steht die Recherche. Und da ich mit meinem Telefon nicht mal telefonieren kann, wie man weiß, geht das nur old school, also zu Hause. Wo ich folgerichtig mit leeren Taschen ankomme. Und mit vollem Portemonnaie.

Das ist wahrscheinlich auch der Grund, warum ich dann doch einmal gekaufte Dinge auch stets bewerte: Wahlweise euphorisch (wenn sie funktionieren wie erwartet) oder vernichtend (wenn meine schöne Recherche für die Katz war.) Genauso verfahre ich mit Dienstleistern aller Art. Wenn sich der Weg zum mühsam ermittelten besten Döner Berlins gelohnt hat, gibt es volle Punktzahl. Wenn der Arzt, den ich nach Zufallsprinzip ausgesucht habe, mir nicht das Ohr abschneidet aus Versehen, auch. Die Abstufungen dazwischen sind klar definiert: Drei von fünf Punkten heißt bei mir: Ok für manche, aber für mich lieber nicht noch mal.

Nun gibt es Zeitgenossen, die vorgehen wie der von allen gehasste Physiklehrer in der Schule, der auch dem Klassenbesten eine Zwei gibt, „damit noch Luft nach oben ist“. (Und sich wahrscheinlich zu Hause einen Ast abfreut, wie pädagogisch clever er doch wieder ist.) Da wird ein Buch über den grünen Klee gelobt, man habe sich sehr amüsiert und könne das Buch durchweg empfehlen: Drei Punkte von fünf. Oder ein Fotostudio wird gepriesen für die tollen Fotos, die nette Betreuung, das kostenlose Foto als Zugabe: Vier Punkte. Natürlich kann man sagen, wurscht, der Text steht doch da. Aber leider schreit einen ja immer erst mal ein Durchschnittswert an. Und wer hat schon Zeit und Lust, alle 133 Bewertungen zu einem Angebot auf Divergenz von Inhalt und Wertung hin zu prüfen? Wenn ich nicht gerade das Hotel für meine Flitterwochen buchen will, interessiert mich das eher nicht.

Was treibt also Menschen dazu, einen Imbiss, in dem sie gerade den besten Döner der Stadt verputzen, noch während des Mampfens per smartphone (haha) dafür zu kritisieren, dass man da nicht schön sitzt, wenn man mit Freunden mal abhängen will? Oder die an einem Sternelokal nicht die Küche, sondern die Preise kritisieren. Oder manchmal nicht mal das, sondern einfach so drei Sterne hinhauen, weil „für jeden Tag ist das nichts“?

Noch undurchsichtiger sind allerdings die Kollegen (ja, es sind eigentlich immer Männer), die in Onlinewarenhäusern bei der Produktbewertung ausschließlich Liefertempo und Verpackungsqualität des Versenders analysieren. „Zu diesem Staubsauger kann ich nichts sagen, denn ich habe ihn gerade ausgepackt. Die Verpackung war super wie immer, und das Paket kam sehr schnell. Leider war ich erstmal nicht zu Hause und musste dann noch mal zur Post.“ (Was – logisch – zu mindestens zwei Punkten Abzug für den Staubsauger führt.) Sehr lustig fand ich neulich auch die Mädchenclique, die sich über ein Restaurant beschwerte, es stelle auf der Webseite Brunchbestandteile dar, die es dann doch nicht gegeben hat. „Nicht dass wir nichts Leckeres gefunden haben, aber wir haben uns auf xy gefreut.“

Lieber Herrgott, mach dass ich im nächsten Leben nicht als Dienstleister wiederkomme.

Getaggt mit , , , ,
%d Bloggern gefällt das: