Schlagwort-Archive: Fotografie

Rettet Straßenfotografie in Deutschland – Streetphotography now!

Liebe Leserinnen und Leser dieses und anderer Blogs. Wir alle freuen uns an Fotos, die uns das Leben in anderen Ländern näher bringen – oder auch das Leben in unserer eigenen Stadt. Dabei sind natürlich die Fotos besonders spannend, die nicht nur Straßenschilder, gefüllte Teller oder Züge zeigen, sondern auch die Menschen dazu.

Derzeit sieht es so aus, als wäre tatsächlich möglich, dass nicht nur Blogs in Deutschland bald nichts mehr viel zu zeigen haben. Sondern auch eine ganze Kunstgattung, die der Straßenfotografie, ausgerottet wird. Fotos wie die von Henri Cartier-Besson, Helen Levitt oder der erst kürzlich wiederentdeckten Vivian Maier gehörten damit genauso der Vergangenheit an wie die vielen Fotos von HobbyfotografInnen, die wir uns in Blogs gern anschauen.

Der Berliner Fotograf Espen Eichhöfer wird derzeit von einer Frau verklagt, die sich auf einem seiner Fotos auf einer Ausstellung wiedererkannte. Obwohl er im Vorfeld der Klage eine Unterlassungserklärung unterschrieb und das Bild entfernte, klagten ihre Anwälte auf Schmerzensgeld. Das wurde in erster Instanz zwar abgelehnt, dem Künstler wurde dennoch eine Verletzung der Persönlichkeitsrechte der Frau vorgeworfen. Beide Parteien sind in Berufung gegangen.

Der Fotograf plant nun, mit Unterstützung seiner Agentur Ostkreuz ein Grundsatzurteil in der Sache zu erstreiten, um der unsicheren Rechtslage für Künstler in Sachen Streetphotography ein Ende zu bereiten und eine ganze Kunstform in Deutschland zu retten.

Wem etwas an Straßenfotografie/ Streetphotography liegt, der kann die Crowdfunding Kampagne des Künstlers unterstützen, mit dem die Kosten für den Rechtsstreit gedeckt werden sollen. Falls der Rechtsweg nicht durch alle Instanzen führt, plant Espen Eichhöfer eine Symposium zum Thema Straßenfotografie.

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Berlin: C/O Berlin ist wieder da

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We are on, titelt c/o Berlin zur Neueröffnung im Amerika-Haus am Bahnhof Zoo. Das gilt für die inzwischen legendäre Fotogalerie genauso wie für Westberlin, das nun mit einem Schlag von den Toten auferstanden ist. Rund um den Kudamm, wo vor ein paar Jahren meine russischen Freunde noch vergeblich nach der längst an der Friedrichstraße residierenden Niederlassung von Chanel suchten und Billigboutiquen die letzten Kinos fast verdrängt hatten, ist das Leben zurück.

Zum Auftakt drückten sich Pressemenschen an Galeristen, um ein Selfie zum Beispiel mit Will McBride zu erhaschen. Der 83jährige ist trotz seiner Gebrechlichkeit den Menschen so zugewandt, wie ich ihn von der Frankfurter Buchmesse in Erinnerung habe, wo ich mich einmal eine halbe Stunde mit ihm über meine Fotos unterhalten habe. (Natürlich ohne jede Ahnung davon, wer er als Fotograf war. Eine Bekannte aus New York hatte mich an ihn verwiesen, und da ich ohnehin auf der Messe war, spazierte ich bei ihm vorbei.) Im Amerika-Haus hat er schon einmal ausgestellt, das ist jetzt über ein halbes Jahrhundert her. Jetzt eröffnet c/o Berlin das Haus und damit seine neue Bleibe mit Will McBrides Ausstellung “Ich war verliebt in diese Stadt”, Fotos aus der Frontstadt Westberlin.

c/o Berlin Will McBride Ich war verliebt in diese Stadt

Der Legende nach brauchte der Bürgermeister von Charlottenburg-Wilmersdorf nur sechs Minuten für seinen Rückruf mit seiner Entscheidung, c/o Berlin am Bahnhof Zoo ein neues Zuhause zu geben, nachdem der Bezirk Mitte nach 1,5 Jahren Verhandlungen die Galerie kommentarlos im Regen stehen ließ. Auch wenn das nicht stimmt, ist es eine gute Geschichte und auf jeden Fall für die Gegend ein großes Glück. Auch für die Freunde der Fotokunst, die nun endlich wieder statt der glatt geschliffenen Mitte das Berliner Leben durchwaten müssen vor dem Besuch bei c/o Berlin. Den Bahnhof Zoo und sein Umfeld so geleckt zu bekommen wie Mitte wird kaum möglich sein. Auch das ein Glück.

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Willkommen im Krefelder Fotoarchiv

Willkommen im Krefelder Fotoarchiv heißt die Begrüßungsformel eines einzigartigen Projektes.

Rudolf Brass fotografierte von 1965 bis zu seine Pensionierung 2002 Krefeld und seine kleinen und großen Ereignisse für die Lokalzeitung.

Sein Sohn Christoph hat dieses einzigartige Archiv jetzt online zugänglich gemacht – ein wunderbares Dokument einer „Jedermann-Stadt“, wie der Spiegel fabulierte.

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