Edward Berger: Jack (2014)

Anders als der Trailer vermuten lässt, handelt es sich bei Edward Bergers „Jack“ nicht um ein Sozialdrama aus der Unterschicht, auch wenn die Erwachsenen in diesem Film fast alle in prekären Jobs arbeiten und im Kampf um das gute Leben zuweilen den Durchblick verlieren.

Ich habe den Film schon auf der Berlinale gesehen. Beim zweiten Mal wirkt er noch gewaltiger und kein wenig angestrengt, wie er mir noch im Februar schien. Trotz 103 Minuten Spiellänge habe ich mich beim zweiten Mal keine Sekunde gelangweilt. Das kommt bei mir sehr selten vor.

Der Film ist konsequent aus der Perspektive von Jack erzählt. Jack ist elf Jahre alt und muss auf seinen schmalen Schultern seinen kleinen Bruder und seine labile Mutter durchs Leben schleppen. Der Regisseur schickt ihn auf eine Reise durch Berlin, die filmunerfahrenen Zuschauern durch die stringente und zuweilen unbarmherzig erscheinende Erzählweise einiges zumutet. Dennoch oder gerade deswegen nicht verpassen. Weil sich der Film niemals wegduckt und weil der Darsteller des Jacks einfach großartig ist.

Durch die Perspektive des Films fällt es älteren Kindern leicht, sich mit Jack zu identifizieren. Warnung: Für Kinder unter 12 ist der Film nur extrem eingeschränkt geeignet. Die Altersfreigabe 6 ist ein Witz, und das nicht, weil der Film großzügig Sex und Drogen ins Bild setzt.

Ins Bild gesetzt wird auch Berlin. Und zwar endlich mal in einer Weise, die verrät, dass sich zumindest der Locationscout ziemlich gut auskennt in der Stadt. Den Fernsehturm habe ich kein einziges Mal gesehen, zumindest nicht bewusst.

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