Island für Fortgeschrittene

Wenn eine ein paar Reisen tut … Dann kommt sie schon mal aus dem Takt beim Bloggen. Aber weil nach der Reise ja vor der Reise ist, kann ich mich jetzt sozusagen halböffentlich freuen: Denn der Sommerurlaub ist ausgetüftelt und komplett gebucht. Es geht zum dritten Mal nach: Island.

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Wahrscheinlich gehört auch das zum Erwachsenwerden, im Februar schon zu wissen, wohin es im Juni geht. Vor ein paar Jahren hätte mich das bestimmt deprimiert. Doch seit ich Island kenne, vergleiche ich ab November die Preise. Denn während wir bei unserer ersten Reise 2009 kurz hinter Reykjavik eigentlich nur noch auf Deutsche, Holländer und Schweizer trafen, scheinen all die Berichte über Sturm und Vulkane auch die Franzosen und Italiener nicht mehr davon abzuhalten, mit ihren Wanderschuhen im Gepäck einen Flieger zum Polarkreis zu buchen. Was sich nicht nur am Gedrängel rund um Geysir & Co ablesen lässt. Nein, auch die Star Alliance und ihre Mitbewerber shuttlen jetzt Regenhungrige vom Ural bis zu den Pyränäen ins Elfenland. Wo es dann etwas eng wird zuweilen. Wenn im Sommer am Flughafen die Maschinen im Halbstundentakt landen, müssen die 300.000 Isländer gefühlt schon mal zusammenrücken. Und das ohnehin knapp kalkulierte Kontingent der Betten ist schon im Winter so gut wie ausgebucht. Auch bei den Tickets heißt es: Wer zuerst kommt, fliegt am billigsten. Dieses Jahr zum Beispiel kosten die von mir am 9. Januar gebuchten Tickets inzwischen exakt doppelt so viel.

Ja, Island ist kein Schnäppchen. Vor allem Mietwagen werden zu Preisen an die Fahrlustigen gebracht, dass gelegentlich hier auftauchende Amerikaner wahrscheinlich erst einmal ein Kaufangebot vermuten. Aber wer kann bei diesen Bildern widerstehen?

 

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Wie man auf den Bildern sehen kann, hat Island sehr unterschiedliche Landschaften zu bieten (nur der Wind ist ein landesweites Phänomen). Was das Land zu einem idealen Reiseziel für Familien mit Kindern macht. Denn hier langweilt sich niemand. Und das Beste: Jeder größere Ort in Island (nach Landesdefinition also einer mit mindestens 300 Einwohnern) hat ein Schwimmbad. Die meisten sind Open Air, aber das Wasser ist dank geothermaler Zufuhr immer wohltemperiert. Die Kulisse ist häufig auch spektakulär.

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Für Übernachtungen in Familie unschlagbar sind die Jugendherbergen, die nach deutschen Verständnis eigentlich Gästehäuser oder Pensionen sind. Als Familie bekommt man sein eigenes Zimmer. Der Preis ist für isländische Verhältnisse spottbillig. Und eine Gemeinschaftsküche gibt es auch. Denn das mag für manche Reisende ein Nachteil sein: Selbst wer den Geldbeutel zücken will, hat in den schönsten Gegenden Islands (also Norden und Osten) ein Problem. Denn Orte mit 300 Einwohnern haben in der Regel maximal einen Hotdog Stand an der Tankstelle zu bieten. In den Anfahrtsbeschreibungen zu Herbergen wird man dann auch schon mal gewarnt, dass die nächste Möglichkeit zum Lebensmittelkauf 50 Kilometer entfernt liegt.  Der Vorteil: Lärmenden spanischen Großgruppen gefällt es da nicht so gut. Übrig bleiben Campingliebhaber. (Die aus dem Kofferraum speisen.) Also wir.

 

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4 Gedanken zu „Island für Fortgeschrittene

  1. island ist bislang das einzige land, in das ich AUF JEDEN FALL nochmal will (abgesehen von meiner heimat:-)). das will schon was heißen!

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  2. J. sagt:

    schön, dass du wieder bloggst.

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  3. Hustelinchen sagt:

    Wunderschöne Bilder. Wenn nur die Krux mit dem Essen nicht wäre. Ich hatte mir ja nach Norwegen geschworen Länder zu boykottieren, deren kulinarische Highlights in speckigen Hotdogs und Heiße-Hexe-Pizza bestehen. Vielleicht muss ich das doch nochmal überdenken.

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  4. radiotelefon sagt:

    Wenn du Selbstkochen nicht scheust: Fisch gibt es in den Supermärkten immer, wir nehmen dieses Jahr sogar unsere eigene Bratpfanne mit. Und wenn es dann wirklich mal ein Restaurant gibt, dann ist die isländische Küche sehr lecker. Fisch, Brotsuppe, Lamm. Also mir hat das jedesmal sehr gut geschmeckt. (Allerdings mit dem Wermutstropfen, dass Orte mit Restaurants nicht so einsam sind wir wir das lieben. Und der Spanier dann meist auch schon da ist. Also mindestens 12 von ihnen. Also von daher: Lieber mit Pfanne reisen und mit Thermoskrug.;-))

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