Prager Erinnerungen

Mit Familie kommt man rum in der Welt. Das dachte sich auch meine Mutter. So nutzten wir die Osterferien für eine Exkursion in eine Stadt, die nicht nur Menschen ihrer Generation außerordentlich gut gefällt. Auch das Schlaubergerkind war angetan. Von den Knödeln und von der Marionettenauswahl. Denn in Prag sind nicht nur Spejbl und Hurvinek zu Hause, sondern auch noch Kaspar, Hexe, Polizist oder was sich sonst noch aus Holz schnitzen und an Schnüren bewegen lässt. Alles Diskutieren hat denn auch nichts genützt: Die Taschengeldbörse wurde gezückt (Oma hat nachgelegt), jetzt sitzt also eine echt Prager Marionette bei uns zu Haus.

 

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Meine eigenen Erinnerungen habe ich kaum wiedererkannt bei diesem ersten Besuch seit 17 Jahren, obwohl das Goldene Prag noch immer einen spektakulären Anblick bietet. (So man hinter den versammelten globalen Touristenhorden noch irgendwas sieht.) In den kleinen Kauflädchen, wo früher Kondensmilch in der Tube verkauft wurde, lockt jetzt eine Kaffeebar. Und der Brunnen am Male Namesti sieht irgendwie auch ganz anders aus.

Schließlich stolperte ich noch durch die Straße, in der ich einige Male ein Fremdenzimmer bewohnt hatte in den Achtzigern (zuerst mit meinem Vater, später dann mit Freunden als unsere private “Abifahrt”). Ich konnte mich nicht mehr an die genaue Hausnummer erinnern. Nur daran, dass es bei meinem Vater jeden Tag (also wirklich jeden und zu jeder Mahlzeit) Bockwurst aus dem Glas gab mit tschechischem Senf, dazu ein hartgekochtes Ei.

Mit solch karger Kost begnügten wir uns diesmal nicht (schließlich haben wir jetzt WestgeldZwinkerndes Smiley): Die Knödelbrigade ließ es kulinarisch krachen, dank meiner eingehenden Netzrecherchen war sogar Frau Mutter von der Küche in Prag begeistert. Mütter- und schwiegermütterkompatibel erfreute uns zum Beispiel das Brauhaus Deminka. Wobei es sich empfiehlt, zwei Tage davor und danach nur Suppe zu schlürfen – oder sich wahlweise eine Portion zu viert zu teilen.

 

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2 Gedanken zu „Prager Erinnerungen

  1. zweibeinerin sagt:

    Schön, mal wieder hier von dir zu lesen und dann auch noch mit so schönen Fotos. Den Knödelteller würde ich jetzt auch nehmen :-).

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  2. Hustelinchen sagt:

    Hach, Prag! Ich liebe diese Stadt, auch wenn man sich nach ein paar Tagen Knedlík selbst dazu mutiert. Die netten Menschen, die Jugendstil-Kaffeehäuser, das ausgezeichnete Bier… wunderbar, das! Ich bin in drei Wochen dort auf einer Konferenz, ganze 4 Tage. Da bleibt bestimmt noch etwas Zeit für die o.g. Dinge. Ich freu mich schon.

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