Heimatkunde

Das ist der Titel einer der interessantesten Ausstellungen der letzten Jahre in Berlin. Obwohl ich zugegebenermaßen schon berufsbedingt etwas abgebrüht bin, was Kunst-Betrachtung angeht, insbesondere wenn diese in Form von Installationen (und also in der Regel verkopft) daherkommt, war ich wirklich bewegt. Ich habe zwei Stunden dort verbracht und noch nicht alles gesehen. (Merke: Gehe nicht mit anderen Menschen ins Museum, vor allem nicht mit Menschen ohne Stehvermögen.) Doch diese Ausstellung verdient jeden Wiederholungsbesuch. Selten habe ich solche intelligenten und gleichzeitig unterhaltsamen Reflektionen über den Nationenbegriff der Deutschen gesehen.

Ausgangspunkt der Betrachtungen der 30 beteiligten Künstlerinnen und Künstler ist das komplexe Gedankengefüge, das hinter dem deutschen Wort „Heimat“ steht. Vor allem, wer seinen Besuch aus dem Ausland mit diesem leicht ins Dröge (oder Polemische) abrutschende Thema auf anschauliche Weise bekannt machen will, sollte diese Ausstellung nicht verpassen. Sozusagen spielerisch wird auch das leidige Thema „Integration“ präsentiert. Mein Lieblingsobjekt dazu ist eine Arbeit, in der sich ein Dirndl in einen Gebetsteppich verwandelt und dieser sich wieder in die Tracht.

Vom etwas schulmeisterlich daherkommenden Präsentationsfilm nicht abschrecken lassen: Diese Ausstellung hat Humor, Grips und Herz. Ansehen!

Getaggt mit , , , ,

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: