Was ich habe, will ich nicht verlieren, aber
wo ich bin, will ich nicht bleiben, aber
die ich liebe, will ich nicht verlassen, aber
die ich kenne, will ich nicht mehr sehen, aber
wo ich lebe, da will ich nicht sterben, aber
wo ich sterbe, da will ich nicht hin:
Bleiben will ich, wo ich nie gewesen bin.

Thomas Brasch

Quelle: Kargo. SUHRKAMP Verlag, Frankfurt a.M. 1977

Bleiben will ich wo ich nie gewesen bin

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Ein Gedanke zu „Bleiben will ich wo ich nie gewesen bin

  1. fryderich sagt:

    Wenn Odysseus gemeinhin als der erste moderne Mensch (moderne Mann) gilt, so ist Thomas Brasch mit diesem Gedicht dem Irrfahrer ziemlich nah gekommen. Es hat sich nichts geändert in all den tausenden von Jahren. Und auch Ariadne spinnt keine zielführenden Fäden zum „Hier und Jetzt“.
    Sein Lebensgedicht ist einfach grandios, gnadenlos, ehrlich. Nicht lieben kann man ihn dafür, nicht bedauern, nicht wirklich hassen, nur sagen: So ist es.

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