Berliner Augenblicke: Die Strichmännchen

Neulich fragte ich den mir angetrauten Urberliner nach einer Erklärung, wie die gelben Temporärmarkierungen eigentlich wieder von der Straße kommen. So nach dem Motto: „Frag doch mal die Maus“, die in diesem Falle der Göttergatte ist. Nur dass dieser nicht orange ist und deshalb leider die Antwort nicht wusste. Seitdem denke ich immer drüber nach, wenn ich die auf der Straße sehe. Was zugegebenermaßen nicht allzuhäufig vorkommt, da ich autolos durchs Leben rolle. Doch auch von meiner Lieblingsposition im Bus, nämlich im Doppeldecker oben ganz vorn, sind die gelben Striche ziemlich gut zu sehen. Und so war sie heute wieder da, in meinem Kopf, die Frage aller Fragen…

Gelbe Straßenmarkierungen Natürlich hätte das Schlaubergerkind eine Antwort gewusst. Denn egal ob Osmose, Photosynthese oder Details aus der Welt des Bergbaus: „Hab ich im Fernsehen gesehen.“ Was zeigt, dass Fernsehen doch seine gute Seiten hat, zumindest solange man sich auf den KIKA beschränkt. Denn dass die ganz junge Jugend von heute nicht mehr auf die Sendung mit der Maus allein angewiesen ist, zeigt sich als Vorteil in der PISA-Studie: Nur mit unserem (Berliner) Bildungswesen allein hätte uns sicher noch Albanien überholt. Aber wir haben Sendungen wie Wissen macht Ah, ein Format, dass ich übrigens allen empfehlen kann, die seit Jahren 29 werden (so wie ich): Nachdem ich mir da ein paar Folgen davon angesehen habe, freue ich mich richtig, wenn der GEZ-Mann zweimal klingelt.

Das Schlaubergerkind ist aber leider gerade auf Sommerreise (mal wieder), also kann ich es nicht fragen. Dafür hat es mir offenbar Kraft unserer Gedankenübertragung heute zwei Strichmännchen geschickt. Nämlich zwei Herren, die justamente bei meiner Ankunft auf der Hauptstraße die gelben Striche wieder weggemacht haben. Und soll ich euch ein Geheimnis verraten: Die sind gar nicht aufgemalt wie man meinen könnte, die sind aufgeklebt. Die Strichmännchen lösten sie nämlich mit einer Art Riesenbunsenbrenner ab, das heißt, Nummer 1 schmokelte sie eine Runde an und Nummer 2 zog sie dann (sicherheitsbehandschuht) von der Fahrbahn ab. Sensationell! Es klebte zwar ein bisschen (was jedoch auch der angeschmokelte Asphalt gewesen sein könnte) und ratsch, ab war das Zeuch. Mal sehen, ob das Schlaubergerkind das schon mal im Fernsehen gesehen hat!

Getaggt mit , , , ,

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: